Pennys

Judith Hopf / Alf Lechner

17. May 2026 – 11. Apr 2027

Judith Hopf, Rain #2, 2022. Courtesy the artist, kaufmann repetto Milan/New York, and Deborah Schamoni, Munich. Foto: Martin Argyroglo La Forgia/Adagp Paris

Pennys
Judith Hopf / Alf Lechner

Mauern, Reifen, Kugeln, Koffer – viele Motive der Künstlerin Judith Hopf entstammen einer konstruierten Welt. Dinge, die Stabilität oder Mobilität versprechen, verhalten sich in ihren Arbeiten anders als erwartet. Sie entziehen sich ihrer Funktion und werden zu unzuverlässigen Artefakten. Ein Koffer aus Ziegeln; Mauern, die sich öffnen; Reifen, die ihr Gleichgewicht verlieren und zu kippen drohen. Das Rad als Symbol für Bewegung, Erfindergeist und Fortschritt verweist auf das Versprechen unaufhörlicher Zirkulation. Bei Hopf wirkt diese Bewegung jedoch ausgesetzt; es ist ein Kreislauf, der sich nicht mehr schließt. In der Ausstellung verdichtet sich diese Spannung zu einer Wetterlage: Ein gelber Blitz hängt von der Decke, Regenschauer ziehen über die Wände. Sie bilden kein Landschaftsbild, sondern einen Zustand, der aufzieht und doch in der Schwebe bleibt.

Im Dialog mit dem Werk von Hopf werden Arbeiten von Alf Lechner gezeigt. Es handelt sich um geschmiedete und gewalzte Stahlkörper, die Druck erfahren haben, geteilt und neu geordnet wurden. Einige von ihnen erscheinen verdichtet und beinahe münzartig, als hätten sie ihre ursprüngliche Gestalt verloren und wären unter Druck zu einer neuen Form von Wert geworden. Daneben sind Arbeiten aus Stahlblech sowie großformatige Collagen zu sehen. Sie scheinen eine Richtung anzudeuten, eine Bewegung nach vorn; vielleicht aber auch eine Kehrtwende.

Die Ausstellung hält Momente fest, in denen etwas ins Rollen gerät oder zum Stillstand kommt. Vieles scheint unterwegs und bleibt doch stehen. Der Titel „Pennys” folgt dieser Logik: Kleine Münzen im ständigen Umlauf, die den Ort wechseln und doch oft zurückbleiben. Sie wandern durch Hände, Taschen und Umläufe, als jene kleinste Form von Wert, die übrig bleibt, wenn das große Geld die Taschen verlassen hat. Gleichzeitig sind sie flache Körper mit Gewicht, Oberfläche und Nennwert – zwischen Umlauf und Stillstand, Stabilität und Bewegung, Ordnung und Verschiebung, Möglichkeit und Unmöglichkeit. Als hinge das Ganze auch am Kleinen.

Judith Hopf, A hole and the filling of the hole, 2019. Courtesy the artist, kaufmann repetto Milan/New York, and Deborah Schamoni, Munich. Foto: Metro Pictures


Judith Hopf arbeitet mit Skulptur, Zeichnung und Kurzfilm und befasst sich darin mit prägenden Aspekten des Alltags. Dabei setzt sie sich wiederholt mit Entwicklungen in Kommunikationsmedien, Wirtschaft und Gesellschaft sowie deren Einfluss auf die menschliche Verfassung auseinander. Hopf wurde in Karlsruhe geboren, studierte Kunst in Bremen und Berlin und war bis 2025 Professorin an der Städelschule, der Staatlichen Hochschule für Bildende Kunst in Frankfurt am Main. Im selben Jahr nahm sie einen Ruf an die Hochschule für Bildende Kunst Dresden an. Ihre Arbeiten werden international in Museen und Galerien gezeigt, unter anderem bei der dOCUMENTA(13) und zuletzt im New Museum in New York.

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Info zur Ausstellung

Ausstellende*r
Judith Hopf / Alf Lechner
Zeitraum

17. May 2026 – 11. Apr 2027

Kuratiert von
Dr. Dominik Bais
bais@alflechner-stiftung.com