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AKTUELLE AUSSTELLUNG


SIGRID NEUBERT

FOTOGRAFIEN. ARCHITEKTUR UND NATUR

7. Oktober 2018 – 10. Februar 2019

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WIR TRAUERN UM SIGRID NEUBERT (1927 - 2018)

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Bildunterschrift 

Zum Tod der Architektur-Fotografin Sigrid Neubert  (1927 – 2018)

Sigrid Neubert zählte zu den wichtigsten Chronisten der deutschen Nachkriegsmoderne

 

Nur wenige Tage nach Eröffnung ihrer bisher größten retrospektiven Ausstellung in Bayern ist am vergangenen Samstag, den 13. Oktober 2018, die bekannte Münchner Fotografin Sigrid Neubert im Alter von 91 Jahren an ihrem Alterssitz nahe Berlin verstorben.

Sie zählte zu den herausragenden Architekturfotografinnen der Nachkriegszeit, arbeitete über 30 Jahre intensiv mit den bedeutendsten deutschen Architekturbüros und prägte wie keine andere mit ihren markanten Schwarz/Weiß-Aufnahmen das Bild der modernen Architektur in der Bundesrepublik.

 

„Sigrid Neuberts Arbeitsweise war stets geprägt von einer sehr intensiven Beschäftigung mit dem fotografierten Gegenstand. Ihr Schaffen ist exemplarisch: Sowohl ihre Natur- als auch die Architekturfotografie lebt von ihrem die Strukturen klar herausarbeitenden, eigenen Stil.“
Ludger Derenthal, Leiter der Sammlung Fotografie der Kunstbibliothek

 

Geboren 1927 in Tübingen als Tochter des Arztes und späteren Anatomieprofessors Kurt Neubert und seiner Frau Margot, zeigte Sigrid Neubert schon früh den Wunsch nach persönlicher Unabhängigkeit, verbunden mit großem Interesse an ihren Mitmenschen und ihrer Umgebung. Sie erhielt ihre Ausbildung als Fotografin von 1948 bis 1954 an der Staatslehranstalt für Lichtbildwesen in München. Neubert arbeitete über fünf Jahrzehnte in München. Zunächst als Werbefotografin tätig, spezialisierte sie sich in den 1950er Jahren auf Architekturfotografie, einer reinen Männerdomäne in der damaligen Zeit. Seit den 1970er Jahren erweitere Neubert ihr Œuvre um eindrucksvolle Naturbilder, denen sie sich ab 1990 ausschließlich widmete.

 

Ihr fotografisches Talent wurde schon früh erkannt. Eine ihrer experimentellen Arbeiten zeigte bereits 1953 das Museum of Modern Artin New York in der Ausstellung European Postwar Photography. Aktuell stellt die Alf Lechner Stiftung im Lechner Museum Ingolstadt und in Obereichstätt bis zum 10. Februar 2019 die große Retrospektive Architektur und Natur aus. Die Ausstellung wurde zunächst im Frühjahr 2018 im Museum für Fotografie der Staatlichen Museen zu Berlin präsentiert und umfasst 230 ihrer wichtigsten Architektur- und Naturaufnahmen.


 

 

"Mit Sigrid Neubert verlieren wir eine der wichtigsten deutschen Architektur-Fotografinnen und Chronistin der Bayerischen Nachkriegsmoderne." Daniel McLaughlin, Kurator der Alf Lechner Stiftung

 

Eng arbeitete die Fotografin mit zahlreichen herausragenden Architekten der Nachkriegs- und Spätmoderne zusammen: Kurt Ackermann, Walther und Bea Betz, Hans-Busso von Busse, Alexander von Branca, Herbert Groethuysen, Hans Maurer und Paul Stohrer gehörten ebenso zu ihren Auftraggebern wie die Österreicher Franz Riepl, Gustav Peichl und Karl Schwanzer. Für letzteren schuf sie 1970 – 1973 jene ikonischen Aufnahmen des BMW-Hochhauses, die in ihrer Prägnanz bis heute beispiellos sind.

 

„Voraussetzung für ein gutes Architekturfoto ist das Gespräch mit dem Architekten. Ich sollte seine Ideen, den Entwurf kennen. Die Begeisterung für seine Arbeit muss sich auf mich übertragen, ich möchte mit seinen Augen sehen und meine Augen genauso wichtig nehmen.“ Sigrid Neubert, 1999

 

Durch ihre intensive Beschäftigung mit den fotografierten Bauwerken, inspiriert durch die neue amerikanische Architekturfotografie der 60er Jahre und ihren passionierten Dialog mit den Architekten, entwickelte Sigrid Neubert einen eigenen fotografischen Stil, mit dem sie das Wesen der Bauwerke zu erfassen vermochte. Strukturen arbeitete sie durch starke Kontraste klar heraus und schon früh band sie Bewohner, Natur und Umgebung ein, was ihren Bildern auch eine große Leichtigkeit verleihen konnte. In der Architektur, so formulierte sie es einmal, wollte sie etwas von der Persönlichkeit der Architekten finden. Ihre kluge Neugierde, ihre Lebenslust und ihr ästhetisches Gespür ermöglichten es ihr, zur wichtigsten Bildchronistin moderne Architektur in Bayern zu werden und diese in ihrer bemerkenswerten Vielschichtigkeit als Dialog von Individuen zu interpretieren.

 

Ihre Wiederentdeckung in den vergangenen Jahren, die aktuelle Veröffentlichung der Monografie von Frank Seehausen Sigrid Neubert, Architektur Fotografie der Nachkriegsmoderne im Hirmer Verlag München, die Aufnahme wichtiger Werkgruppen in die Sammlungen des Architekturmuseums der TU München und der Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin unterstreicht die Bedeutung ihres Werkes. Eine Woche nach Eröffnung der Ausstellung im Lechner-Museum in Ingolstadt verstarb Sigrid Neubert in der Gewissheit, dass ihr Werk weiterleben wird.


Mit der Sonderausstellung Sigrid Neubert - Fotografien. Architektur und Natur widmet die Alf Lechner Stiftung der wichtigsten deutschen Architektur-Fotografin des 20. Jahrhunderts und Chronistin der Bayerischen Nachkriegsmoderne eine umfassende Retrospektivausstellung. Nach dem großen Erfolg in Berlin wird das Werk von Sigrid Neubert jetzt auch in Bayern zu sehen sein, und ihre beachtliche Leistung als Architektur- und Naturfotografin gewürdigt.

Sigrid Neubert, geboren 1927 in Tübingen, arbeitete über 30 Jahre lang als Fotografin für die wichtigsten deutschen Architekturbüros. Durch ihre intensive Beschäftigung mit den fotografierten Bauwerken entwickelte sie einen eigenen Stil, mit dem sie die Strukturen der Bauten unter anderem durch starke Kontraste klar herausarbeitete – und der Neubert zu der bekanntesten Architekturfotografin Deutschlands machte. Seit den 1970er Jahren erweiterte sie ihr Œuvre um eindrucksvolle Naturbilder, denen sie sich ab 1990 ausschließlich widmete. Die Retrospektive präsentiert die Architekturaufnahmen von Sigrid Neubert im Lechner Museum Ingolstadt sowie ihre Naturaufnahmen im Papierhaus der Alf Lechner Stiftung in Obereichstätt. Darunter befinden sich ihre bekanntesten Arbeiten, wie zum Beispiel die ikonischen Architekturaufnahmen des BMW-Hochhauses oder des Hypo-Hochhauses in München sowie ihre Bilder des Nymphenburger Schlossparks und der megalithischen Tempel von Malta. Die Ausstellung wurde ermöglicht durch die Kunstbibliothek, Staatliche Museen zu Berlin, im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und wird begleitet von einem umfangreichen Buch zur Architekturfotografie Sigrid Neuberts.

Zu dieser Ausstellung ist ein umfangreiches Buch erschienen:

Frank Seehausen: Sigrid Neubert. Architekturfotografie der Nachkriegsmoderne; München, Hirmer Verlag 2018, 45 Euro

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Bildunterschrift 

RAHMENPROGRAMM

Donnerstag, 06. Dezember 2018, 18.00 Uhr

Kulturbauten: Dialogische Kuratoren-Führung

Dr. Frank Seehausen führt durch die Ausstellung im Lechner Museum

 

Sonntag, 26. Dezember 2018 (2.Weihnachtsfeiertag) um 11.00 Uhr

Kultursonntag der Alf Lechner Stiftung

Kombiführung im Lechner Museum Ingolstadt und durch den Lechner Skulpturenpark Obereichstätt. Beginn: 11.00 Uhr im Lechner Museum und 13.00 Uhr im Skulpturenpark

Donnerstag, 10. Januar 2019, 18.00 Uhr

Einfamilienhäuser: Dialogische Kuratorenführung

Dr. Frank Seehausen führt durch die Ausstellung im Lechner Museum

 

Mittwoch, 23. Januar 2019 um 19.30 Uhr

Groschengrab oder Attraktivitätsmotor – zahlen sich Theater und Museen für eine Stadt aus? Die Beziehung von Kultur und Ökonomie

Donaukurier-Forum im Lechner Museum: Podiumsdiskussion

Gäste: Dr. Simone Schimpf, Direktorin des Museums für Konkrete Kunst, Ingolstadt; Knut Weber, Intendant des Stadttheaters Ingolstadt; Prof. Dr. Oliver Falck, Leiter des ifo Zentrums für Industrieökonomik und neue Technologien, München; u.a.

Moderation: Jesko Schulze-Reimpell, Donaukurier

Eintritt frei

Donnerstag, 07.02.2019, 18.00 Uhr

Architektur im Kontext: Dialogische Kuratorenführung

Dr. Frank Seehausen führt durch die Ausstellung im Lechner Museum


VERGANGENE AUSSTELLUNG 2018


ALF BACHMANN   ALF LECHNER  

HIMMEL    WASSER    STAHL

25. Februar - 09. September 2018

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Alf Lechner (1925 – 2017) Nach Alf Bachmann WV1813, Ambach 1945, Pastell auf Papier, 20,5 x 29,5 cm Fotografie © Studio Hetzer  

NACHT DER MUSEEN AM 8./9. SEPTEMBER 2018

Auch 2018 boten wir Ihnen wieder ein ansprechendes Programm für die ganze Familie während der Nacht der Museen in Lechner Museum:

18.45 Uhr Familienführung durch die aktuelle Ausstellung

19.30 Uhr Artistik-Show, ICKE Performers

20.45 Uhr Führung durch die aktuelle Ausstellung

21.30 Uhr Artistik-Show, ICKE Performers

23.00 Uhr Artistik-Show, ICKE Performers

 

Die ICKE Performers sind in der Luft genau so zu Hause wie auf dem Boden, in schwindelerregenden Sprunghöhen und im mystisch-dunklen Zauber des Schwarzlichts. Bei der Nacht der Museen beeindruckte das Team mit einer speziell für die Nacht der Museen erstellten Inszenierung, in der sie bassige Beatbox-Sounds, anmutige Gymnastik, akrobatisches Partnering und schwerelose Luftartistik verbanden.  Für das leibliche Wohl sorgten "frisch & veg" und "Kevents & more".






NÄCHSTE ÖFFENTLICHE FÜHRUNG


Die nächste öffentliche Führung
im Lechner Museum Ingolstadt und im Lechner Skulpturenpark Obereichstätt findet am 26.Dezember 2018 um 11 Uhr statt.


Im Anschluss an die Führungen im Lechner Museum Ingolstadt gibt es anschließend zusätzlich eine Führung im Lechner Skulpturenpark in Obereichstätt. Der idyllisch im Altmühltal gelegene Lechner Skulpturenpark befindet sich auf dem Gelände eines ehemals Königlich-Bayerischen Eisenhüttenwerks mit dazugehörigem Steinbruch und ist ein beeindruckendes Erlebnis. Auf über 23.000 qm sind mehr als 50 Skulpturen von Alf Lechner zu sehen. Ebenso gibt die Führung Zutritt zur Ausstellungshalle und dem Papierhaus. Ein Besuch im Lechner Skulpturenpark in Obereichstätt ist nur im Rahmen von Führungen möglich.

Die Kombinations-Führung (Lechner Museum und Lechner Skulpturenpark) dauert insgesamt ca. drei Stunden und kostet 9,50 € pro Person, ermässigt 4,50 €, Kinder unter 18 Jahren in Begleitung haben freien Eintritt.

Die Fahrtzeit von Ingolstadt nach Obereichstätt mit dem privaten PKW beträgt ca. 35 Minuten. Sollten Sie mit dem Zug oder öffentlichen Verkehrsmitteln kommen, bemühen wir uns, dass Sie eine Mitfahrgelegenheit bei einem/einer weiteren Besucher/In der Führung erhalten.

Eine Anmeldung hierzu ist nicht erforderlich. Bei Interesse an der Führung lediglich im Skulpturenpark Obereichstätt wird aber um telefonische Mitteilung unter 0841 - 305 2250 bzw. 0841 - 305 2252 gebeten.



WEITERE ÖFFENTLICHE FÜHRUNGEN 2018

Mittwoch 26. Dezember 2018 um 11 Uhr

Sonntag 27. Januar 2019 um 11 Uhr

 

Die öffentlichen Kombi-Führungen beginnen im Sommer jeweils um 14.00 Uhr im Lechner Museum Ingolstadt
+ werden um 16.00 Uhr im Lechner Skulpturenpark Obereichstätt fortgesetzt. Im Winterhalbjahr ist der Beginn im Lechner Museum bereits um 11.00 Uhr, im Skulpturenpark Obereichstätt um 13.00 Uhr.

Eine Anmeldung zu diesen Führungen ist nicht erforderlich.

Zur Buchung von privaten Führungen, Sonder-, Gruppen- oder Schul-führungen kontaktieren Sie uns bitte unter:

lechnermuseum[at]ingolstadt.de

oder: +49 (0)841 305 2250


VERGANGENE AUSSTELLUNG

Das Lechner Museum konnte zum ersten Mal frühe Pastelle und Öl-Bilder des Bildhauers Alf Lechner (1925 - 2017) und Werke seines Lehrers, dem Marine- und Landschaftsmaler Alf Bachmann (1863 - 1956) in der Gegenüberstellung präsentieren. Bachmann vermittelte Lechner die Kunst der Malerei, die Auseinandersetzung mit dem Spiel der Elemente. Sie bildete die Grundlage für Lechners Weg zur abstrakten Stahl-Skulptur.
Alf Bachmann, 1863 bei Danzig geboren, ist besonders für seine Darstellung der Küsten und Meere bekannt, für seine Kompositionen von Wasser, Wolken, Wind und Licht. Es gelang ihm, flüchtige Momente der Natur in ihrer Essenz mit Pastell und Öl einzufangen und stimmungsvoll zu verdichten. „Die Unendlichkeit unberührter Natur ergreift mich“, schrieb Bachmann selbst. Er war es, der das künstlerische Talent Lechners früh erkannte, und ihm den Weg in die Kunst wies. Lechner blieb seinem Lehrer ein Leben lang in der Faszination für die Elemente verbunden. Sie inspirierte ihn und seine Arbeit mit dem Stahl. Er bezwang ihn mit Feuer und Wasser, setzte ihn wiederum den Elementen aus und schuf neue Landschaften. Erfahrbar wird diese Faszination auch durch Lechners letzte Rauminstallation Labyrinth (2007-2017). Die Werke von Alf Bachmann aus der Sammlung des Landesmuseums Schleswig, Schloss Gottorf und der Alf Lechner Stiftung wurden zum großen Teil zum ersten Mal öffentlich ausgestellt.


Alf Bachmann   Alf Lechner  -  Ein Lehrer und sein Schüler
 
Der Marine- und Landschaftsmaler Alf Bachmann fand in Alf Lechner einen sehr begabten Schüler. Bachmann hatte seinen ersten Sohn bereits zu Beginn des zweiten Weltkriegs an der Front verloren, und baute zu seinem einzigen Schüler eine enge Beziehung auf. Die beiden trafen sich durch einen glücklichen Zufall:


Bachmanns Atelier befand sich im selben Haus wie die Wohnung der Familie Lechner. In der Mandelstraße in München, direkt am Englischen Garten, und später in Ambach am Starnberger See, vermittelte Bachmann Lechner die Kunst der Landschaftsmalerei und die Auseinandersetzung mit dem Spiel der Elemente. „Mein philosophischer Großvater erzog mich dazu das Denken zu lernen, die Natur zu beobachten und durch Zeichnen das Sehen zu lernen“ schrieb Alf Lechner später. Es war der innige Wunsch von Alf Lechner, die Werke seines Lehrers hier in einer Sonderausstellung im Lechner Museum zu präsentieren.

Erstmals werden in der Ausstellung Werke von Alf Bachmann und Bilder aus dem Frühwerk von Alf Lechner in Kombination präsentiert. Die Mehrzahl der Bilder wird zum ersten Mal öffentlich ausgestellt. Die Gegenüberstellung erlaubt dem Besucher einen neuen Einblick in Lechners künstlerische Entwicklung. Sie zeigt, wie auf Basis von Malerei und Naturbeobachtung eines der wichtigsten Bildhauerischen Werke unserer Zeit entstehen konnte. Erst diese Grundlagen erlaubten es ihm, den Werkstoff Stahl, in all seinen Aspekten zu begreifen.

Alf Bachmanns umfangreiches Werk umfasst ca. 2,500 Bilder, welche detailliert in einem Opusbuch verzeichnet sind. Bachmann ließ sich von keinerlei Diskussion oder künstlerischen Strömungen seiner Zeit beirren oder beeinflussen. Er blieb sich und seinem naturverbundenen Stil, dem Gesehenen und Erlebten treu. Die meisten Werke schuf er im Atelier nach Skizzen, Zeichnungen und seinen gespeicherten Beobachtungen. Er verweilte als geselliger Weltenbummler und unkonventioneller Bohemien im bürgerlichen Hintergrund, und ging seine eigenen Wege. Bachmann pflegte viele Freundschaften zu den wichtigen Intellektuellen und Münchner Künstlerkreisen seiner Zeit, über die er gerne anekdotisch berichtete. Eine besonders enge Freundschaft verband ihn mit Simplicissimus-Gründer Thomas Theodor Heine (1867-1948), auch nachdem dieser 1933 aus Deutschland floh. Bachmann war ein Mann mit vielen Lebensregeln, einem strikten Tagesablauf. Auch war er von großer Genauigkeit: In seinem Pastellkreide-Kasten fanden sich 180 verschiedene Grautöne. Bachmann verfasste viele Kurzgeschichten und Reiseberichte, war ein passionierter Ornithologe und Naturkenner.
Während seines langen Lebens reiste er viel, nicht nur innerhalb Europas und nach Skandinavien bis Island, sondern auch nach Ägypten, Afrika und Südamerika, unter zum Teil schwierigsten Bedingungen. Immer wieder suchte Alf Bachmann Küstenländer auf.  Er war fasziniert von den sich stets wandelnden Lichtverhältnissen, den flüchtigen Momenten, dem Spiel der Elemente Wind, Wolken, Wellen, Meer, Ebbe, Flut, der Gischt an den Steilküsten, von allem was man nicht wirklich festhalten kann. Es gelang ihm dennoch diese flüchtigen Momente der Natur in ihrer Essenz mit Pastell und Öl einzufangen und stimmungsvoll zu verdichten. „Die Unendlichkeit unberührter Natur ergreift mich“, schrieb Bachmann.
 
Lechner blieb seinem Lehrer, der sein Talent früh erkannte, ein Leben lang in der Faszination für die Elemente verbunden. Sie inspirierte ihn und seine Arbeit mit dem Stahl. Er bezwang ihn mit Feuer und Wasser, setzte ihn wiederum den Elementen aus und schuf neue Landschaften. Erfahrbar wird diese Faszination auch durch Lechners letzte große Rauminstallation LABYRINTH (2007-2017) im Erdgeschoss des Museums. Die in dieser Ausstellung präsentierten Werke zeigen, wie diese gemeinsamen, so virtuosen wie romantischen Naturstudien die Grundlage bilden, für das auf die strenge Reduktion von Materialverhalten und mathematisch geometrischen Gesetzmäßigkeiten seiner Stahlskulpturen gerichtete spätere Lebenswerk von Alf Lechner. Alf Lechner verbindet bei seiner lebenslangen Erforschung des Elements Stahl die seiner Persönlichkeit zugrunde liegende barocke Kraft mit der urdeutschen Idee der Romantik, was sich eindrucksvoll im Verhältnis zu seinem Lehrer  spiegelt und in dieser Ausstellung erfahren lässt.
 
Die Werke Alf Lechners sind geprägt vom Material Stahl, dem Werkstoff der industriellen Revolution, mit dem sich Alf Lechner bis an die Grenzen des Machbaren auseinandersetzt und andererseits von geometrischen Grundformen und den Gesetzen der Geometrie, unter deren Anwendung er Stahlkörper verschiedentlich addiert, verformt, verändert und zu einer neuen Ordnung zusammengefügt. „Was keinen Wiederstand bietet, interessiert mich nicht“ war sein Credo. Lechner faszinierte das Material Stahl, dessen enorm physischer wiederstand ihn reizte und gleichzeitig erlaubt die Vielfältigkeit der Verarbeitungsmöglichkeiten in den verschiedenen Aggregatszuständen: flüssig glühend, erkaltet, eine große Breite künstlerischen Ausdrucks. Sobald eine Skulptur zu sehr gefiel, wusste Lechner, dass er etwas verändern müsste.
 
Während das von Bachmann vermittelte Wissen und malerische Können, sowie viele Aspekte seiner Lebensphilosophie in Alf Lechner zeitlebens lebendig blieben, so unterschied er sich doch in einem wesentlichen Punkt von seinem Lehrer: Alf Lechner erfand jeden Tag etwas Neues. Er war ein Entdecker und Erfinder, setzte jeden Tag Fragezeichen hinter das Bewährte, so lange bis es für ihn perfekt war. Nur so konnte Lechner in über 70 Schaffensjahren ein Werk von mehr als 800 Stahlskulpturen schaffen, das in seiner Klarheit und Vielfalt einzigartig ist. „Es muss so aussehen, als ob’s vom Himmel gefallen ist“ sagte Lechner gerne über seine Skulpturen.


VERGANGENE AUSSTELLUNG 2017

 

ALF LECHNER | ANFANG UND KEIN ENDE

18. MAI 2017 -  28. JANUAR 2018

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Foto: Studio Hetzer 

 

ALF LECHNER | ANFANG UND KEIN ENDE

18. Mai 2017 - 28. Januar 2018

 

ANFANG UND KEIN ENDE war die erste Ausstellung im Lechner Museum, Ingolstadt, nach dem Tod des preisgekrönten Namensgebers und widmete sich erstmals dem Ursprung von Alf Lechners Werk. Die Werkschau zeigte ca. 40 frühe Landschaftszeichnungen und 10 Aquarelle aus den Jahren 1945/1946 und setzte diese in Dialog zum zeichnerischem Spätwerk des Künstlers (2000-2012) sowie zu seiner letzten Skulpturengruppe Würfelschnitte aus dem Jahr 2014. 

 


SKULPTUREN

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Bildunterschrift 

Alf Lechner (1925 – 2017)

Ohne Titel, 2014

Stahl, massiv, gewalzt und gebrannt

120cm x 120cm x 240cm

WV Nummer 804

Gewicht: 23,000 kg


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